EINSZUEINS zeigt vom 1. August bis 17. September Skulpturen von Katinka Bock und Adrian Lohmüller im Gutspark Kartzitz. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung des einzelnen Künstlers mit dem Park als gestalteten Naturraum. Eins zu eins bezieht sich gleichermaßen auf die Gegenüberstellung zweier Künstlerpositionen, die miteinander in einen Dialog treten.
In 2011 widmet sich die Ausstellung der poetischen Auseinandersetzung von Energie und dessen Eigenschaft, Prozesse anzustoßen und zu entwickeln.
Prozesse sind Metaphern des Wachstums, die auf einen Anfang oder ein Ende weisen und so Werden und Vergehen versinnbildlichen. Die präsentierten Arbeiten machen folglich Zeit und Raum erfahrbar. Die Einbeziehung von Energie durch die Naturkräfte beeinflusst die Arbeiten, so das eine Wechselwirkung zwischen Objekt, Zeit und Umwelt entsteht.
KATINKA BOCKs Skulpturen befassen sich mit Prozessen und Balance während sie Bezug auf Ihren Ausstellungsraum nehmen. Das Zusammenwirken des Ausstellungsortes mit dem Werk und die Veränderbarkeit des Objekts selbst sind signifikant für die Arbeit der Künstlerin.
Für den Park Kartzitz hat Katinka Bock einen Baum gepflanzt. Der Birke wurde vor Ihrer Pflanzung ein Bronzering über die Wurzeln gestreift, so dass Ring und Baum eine untrennbare Verbindung eingehen. Eine Seite des Rings ist durch eine Schnur angehoben, die mit der Baumkrone verbunden ist. Es entsteht eine Balanceakt, der in Abhängigkeit zum Wachstum des Baumes steht und der Naturgewalt des Parks ausgesetzt ist.
Die zweite Arbeit, ein Keramikmaßstab, trägt den Titel Metro. Er setzt sich aus vielen einzelnen ineinandergreifenden Fragmenten zusammen und kann nur mithilfe der Trauerweide, an der er lehnt, Halt finden. Gleichzeitig misst er symbolisch das Wachstum des Baumes, dessen Veränderungen im Zeichen der Zeit steht.
ADRIAN LOHMÜLLER stellt im Verborgenen liegende Netzwerke in Frage, auf die wir uns alltäglich stützen. Seine Arbeiten bestehen oft aus selbstgebauten Systemen, die Prozesse durch-, und vorführen. Andere seiner Arbeiten legen im Untergrund befindliche Schichtungen für den Betrachter frei.
Eine neue Werkgruppe beschäftigt sich nun mit der Anfertigung von Fundamenten. Ihr unfertiger Zustand lässt diese als moderne Ruinen in Erscheinung treten. Sie sind als Neubau einerseits in die Zukunft gerichtet und beschreiben aufgrund ihres fragmentarischen Charakters andererseits Geschichte – sie bilden also einen Anfangspunkt, der an die Vergangenheit anknüpft.
Das Fundament eines Gebäudes ist der Beginn eines Prozesses, der bei Lohmüller unterbrochen wird, so dass wir in Fundament 1 und 2 ein unausgeschöpftes Aktionspotential betrachten.
Beide Arbeiten bewegen sich gerade abseits der Sichtachse, die sich von der Strasse, über das Gutshaus bis durch den Landschaftspark erstreckt und brechen die Symmetrie des angelegten Areals auf. Sowie die Positionierung der Werke auf die Topographie des Ausstellungsortes Einfluss nimmt, stellen die Stufen der Arbeit Fundament 1, die in den Untergrund des Parks führen, die Geschichte des Ortes in Frage.