Im Rahmen der Ausstellungsreihe EINSZUEINS folgt nun die Ausstellung Zwei Inseln des Künstlers Massimo Bartolini (*1962, Cecina). Sein Werk zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Kunstpositionen Italiens nach internationalen Museumsauftritten und seiner Teilnahme an der Venedig Biennale und dokumenta 13. Bei seiner Untersuchung des Verhältnisses zwischen Betrachter, Kunstwerk und Ort greift Bartolini oft zu interaktiven Performance- Formaten sowie raumgreifenden Sound- und Lichtinstallationen. Auch für Zwei Inseln hat der Künstler unter anderem eine Soundinstallation entwickelt, welche von Thomas Bernhards Erzählung 'Goethe schtirbt' inspiriert wurde. 

Massimo Bartolini greift in seiner Auseinandersetzung mit dem Ort den sinnlichen Umgang mit Abwesenheit bewusst auf. Er bezieht den Park Pansevitz in seiner Funktion als Friedwald mit ein und hat in Zusammenarbeit mit der Autorin Fanny Bussche ein Konzept entwickelt, die verbliebene Existenz der Verstorbenen in einen an die Ausstellung anknüpfenden Text einzuflechten. So hat die Autorin die Namen anhand der ablesbaren Namensplaketten an den Bäumen, mehr noch deren symbolische Bedeutungen in einen fiktiven Text mit dem Titel Das Nämliche umgesetzt.

Während der Ausstellungsdauer werden selektierte, gelesene Inhalte aus Das Nämliche, welche sich konkret auf die symbolischen Bedeutungen der Namen konzentrieren, mithilfe eines Kassettenrekorders abgespielt. Herr Siegfried Fischer, einer der wenigen Parkeinwohner des Schlossparks, wird auf seinen alltäglichen Spaziergängen am Nachmittag mit seinem Hund Fienchen den Kassettenrekorder mit sich tragen und die Textinhalte so den Parkbesuchern zugänglich machen.

Selektierte Inhalte  'Das 'Nämliche'

Liebesinsel (mp3, 4,8 MB)

Schwaneninsel (mp3, 6,2 MB)

Anlässlich der Eröffnung am 13. Juli erscheint die Buchedition Zwei Inseln, welche sich als Bestandteil in die Ausstellung integriert: Die Publikation enthält, Bezug nehmend auf die in Rügen entstandene Arbeit, einen vom Künstler als Ready-made umformatierten Textausschnitt von Thomas Bernhard. Basierend auf Bartolinis Idee hat die Autorin Fanny Bussche eine Erzählung verfasst, die konzeptuell den FriedWald im Schlosspark Pansevitz aufgreift. Und in einem Essay setzt sich Luca Cerizza über Spektakel und Mise en Scéne in Barolinis Arbeit auf Rügen auseinander. Es ergibt sich ein Geflecht verschiedener Bedeutungsebenen von Werk und Ausstellungskontext durch direktes Zusammenwirken der verschiedenen Künstler.