| GUTS- UND PARKANLAGE KARTZITZ
Das Gut Kartzitz wurde urkundlich das erste Mal im 13. Jahrhundert erwähnt und gehörte bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Familie von Usedom. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gutsensemble im Stile des Barock errichtet, so wie es auch heute noch zu sehen ist. Die halbrunden Scheunen bilden zusammen mit den Kavaliershäusern und dem Haupthaus eine geschlossene, ovale Einheit, mit dem Rondell als Mittelpunkt. Auch der Park wurde entsprechend den Vorgaben der barocken Stilepoche angelegt. Aus dieser Zeit sind noch zwei symmetrisch angelegte Kastanienalleen im Ansatz erkennbar, welche zu beiden Seiten des Gutshauses gepflanzt wurden. Den Abschluss des Barockgartens bildete der rechteckig angelegte Teich hinter dem Gutshaus.
Um 1800 hielt die "Gartenrevolution" auch auf Rügen Einzug. So wurde der hintere, größere Teil des Parkes im Stile eines englischen Landschaftsgartens ausgebaut. Teiche und geschwungene Gräben sowie Wege mit immer neuen Blickachsen auf das Gutshaus und die umliegenden Länderein charakterisieren den Park.
Bis zum Erwerb des Guts 1935 durch die Familie von Schinckel wechselte die Anlage mehrere Besitzer. An das Schicksal der Familie von Schinkel im 2. Weltkrieg erinnert heute ein Gedenkstein auf einer Teichinsel im Park. Nach der Enteignung 1945 im Zuge der Bodenreform wurde das Gut als Unterkunft für Flüchtlinge benutzt. Später gelangte es in den Besitz der Gemeinde und der örtlichen LPG. Nachdem Joachim von Schinckel die Anlage als Alteigentümer Anfang der 1990`er Jahre zurückerwarb, wurde es 1994 von der Familie zu Innhausen und Knyphausen übernommen, die bis zum Kriegsende 1945 ihren Rügen`schen Stammsitz in dem zu DDR-Zeiten zerfallenen Schloss Pansevitz hatten. In den letzten vierzehn Jahren wurde der Park Kartzitz in seiner seiner ursprünglichen Schönheit wiederhergestellt.
|